Solaranlagen sind im Grunde genommen alle nach dem gleichen Prinzip aufgebaut, welches in der Einführung genau erklärt wurde (zur Einführung). Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Varianten vom thermischen Solar-Systemem, so wie die Vor- und Nachteile erklären.
Bitte beachten Sie, dass immer neue Systeme auf dem Markt erscheinen und alte solar Systeme verbessert werden. Deshalb ist es möglich, dass die genannten Varianten nicht vollständig sind. Welches Solar-System im Endeffekt verwendet wird, ist individuell mit dem Fachmann abzuklären. Die folgende Auflistung ist also nicht dazu gedacht, dass Sie selber die komplette Planung einer Anlage übernehmen sollen, sondern ist dazu da Sie mit einem soliden Wissen auszustatten, was bei dem Gespräch mit der Fachfirma immer eine Hilfe ist.
Standard solar System mit hohem Durchfluss - High-Flow-System
Bei einer Durchflussmenge von ca. 30-50 Litern/Stunde durch die
Kollektoren Solar System und Aufbau spricht man von einer High-Flow-Anlage. Bei dieser Fliessgeschwindigkeit des Wärmeträgers wird dieser bei einer Einstrahlung von 800-1000 W/m² um ca. 10°C erwärmt. Ist der Speicher also 20°C warm kommt der Wärmeträger mit 30° zurück. Ist der ganze Speicher dann schon auf 30°C gestiegen, dann kommt der Wärmeträger mit 40°C zurück usw.
Die Temperatur steigt bei Sonneneinstrahlung also langsam und gleichmäßig.

Standard mit niedrigem Durchfluss - Low-Flow-System
Die Durchflussmenge durch den Kollektor wird auf 15-20L / m² reduziert, so dass der Wärmeträger stärker erwärmt wird (bleibt eben länger der Sonnenwärme ausgesetzt). Eine Erhöhung von 20-30°C ist vorgesehen. Damit sich das nun heiße Wasser nicht mit dem kalten im Speicher vermischt muss es schnell im Speicher nach oben gelangen, was durch externe Wärmetauscher und Schichtenspeicher ermöglicht wird.
Vorteile: Die gewünschte "hohe" Temperatur wird schneller erreicht.
Nachteile: Höhere Kosten wegen Schichtenspeicher und externen Wärmetauscher.
Anlagen mit drehzahlgeregelter Pumpe - Matched flow
Die Pumpe der Solaranlage wird anhand der Temperaturdifferenz zwischen Kollektor und Speicher gesteuert, passt sich also sogesagt der jeweiligen Sonneneinstrahlung an.
Vorteile: Die gewünschte Solltempratur wird früher erreicht; die Pumpe taktet weniger bzw. erst nach Bedarf.
Nachteile: Wie bei dem vorigen solar System sind wieder externe Wärmetauscher und ein Schichtenspeicher nötig - also höhere Kosten.
Solar System mit photovoltaischer Pumpe
Die Pumpe wird über Solarzellen mit Strom versorgt, wenn die Sonne scheint.
Vorteil: Die Anlage kann in Außenbereichen ohne Strom verwendet werden; unter Umständen kann auf den Regler verzichtet werden
Nachteil: hohe Kosten für die Solarzellen (bis 500,00 EUR); es muss eine Gleichstrompumpe verwendet werden, welche teurer ist und anfälliger
Schwerkraftanlagen
Bei diesem Anlagentyp wird auf eine Pumpe verzichtet. Das erwärmte Wasser steigt automatisch in den Leitungen auf und gelangt zu dem über dem Kollektor liegenden Speicher (z.B. auf dem Dach). Das kalte Wasser im Speicher sinkt ab und gelangt so automatisch zum Kollektor um dort wieder erwärmt zu werden.

Vorteile: keine Regler, keine Pumpe, kein Strom nötig, Nutzung z.B. für Schrebergärten.
Nachteile: Speicher von diesem Solar-System muss über dem Kollektor liegen, niedriger Ertrag, es müssen dicke Rohre mit möglichst kurzen Wegen verlegt werden.
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